Holz schleifen (Tipps) | Richtig abschleifen & polieren

Holz ist ein Werkstoff, der vielseitig anwendbar und leicht zu bearbeiten ist. Zudem handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff. Es lässt sich dementsprechend sowohl umweltfreundlich herstellen als auch entsorgen.

Damit Holz jedoch auch über viele Jahre hinweg seinen Wert erhält, muss es in regelmäßigen Abständen behandelt werden. Vor einer eigentlichen Behandlung sollten Sie diesen natürlichen Werkstoff schleifen beziehungsweise alte Farbreste abschleifen. Erst dann können Sie es neu streichen, ölen oder lackieren.

Warum sollten Sie Holz schleifen?

Um den Werterhalt von Holz auch über einen langen Zeitraum zu erhalten, sollten Sie die Oberfläche regelmäßig per Hand oder mit der Maschine richtig abschleifen beziehungsweise anschleifen und anschließend weiterbehandeln.

Das Holz wird von Farbresten befreit und geglättet, um es auf die folgende Behandlung vorzubereiten. Im Anschluss lässt sich das Holz dann fachmännisch Ölen, Lasieren oder Lackieren. Denn wer ein vorheriges Schleifen vermeiden möchte, muss vor dem abschließenden Lackieren die Oberfläche vorstreichen, um einen vollständigen deckenden Effekt und möglichst langem Schutz zu erreichen.

Das Abschleifen mit der Hand

Die einfachste Möglichkeit zur Holzbearbeitung ist das Schleifen mit der Hand. Es ist einfach sowie an jedem Ort und ohne den Einsatz von Maschinen möglich. Im Anschluss ist die Oberfläche dann bereit zum Lackieren beziehungsweise einer vergleichbaren Maßnahme zum Konservieren.

Durch das Abschleifen alter Farb- oder Lackreste wird die Oberfläche nicht nur restlos gereinigt und glatt. Die Poren des Holzes werden auch effektiv und optimal auf die weitere Behandlung vorbereitet.

Für das Schleifen mit der Hand werden Schleifpapier, ein Schleifschwamm oder ein Schleifklotz benötigt. Alle drei Ausführungen sind in unterschiedlichen Körnungen erhältlich.

Im Gegensatz zum einfachen Schleifpapier liegen der Schleifschwamm beziehungsweise der Schleifklotz gut in der Hand und erlauben einen kräftigen Abriebeffekt.

Die Bearbeitung mithilfe von elektrischen Maschinen

Schleifen Sie Ihr Holz mit der richtigen Schleifmaschine

Schleifmaschinen erleichtern die Arbeit und helfen, Zeit einzusparen. Handwerker bezeichnen die Schleifmaschine auch häufig als Flex oder Trennschleifer.

Der Handel bietet eine große Anzahl an unterschiedlichen Ausführungen an. Doch welche Schleifmaschine eignet sich für welches Werkstück? Hier ein kurzer Überblick:

1. Der Bandschleifer arbeitet schnell und ohne großen Kraftaufwand, hat jedoch den Nachteil, dass Sie auch schnell Kerben ins Material bringen können.
Dementsprechend vorsichtig müssen Sie mit ihm arbeiten. Der Bandschleifer ist besonders effektiv bei großen geraden Flächen wie Türen, Wänden und Bretter etc.

2. Der Winkelschleifer ist ebenfalls für die grobe Vorarbeit konzipiert worden. Die runde Schleifscheibe rotiert um die eigene Achse und hilft so, die Holzoberfläche sauber abzuschleifen. Die Schleifscheiben sind im Handel mit verschiedener Körnung erhältlich und lässt sich schnell auswechseln. Dank seiner handlichen Form und der kompakten Bauweise können auch gewölbte Oberflächen gut bearbeitet werden.

3. Der Deltaschleifer ist dreieckig und passt daher mit seiner Spitze gut in alle Ecken. Das Schleifpapier wird in der Regel mittels Klettsteifen an der schwingenden Schleifplatte befestigt. Gut geeignet für verwinkelte Werkstücke oder für die Feinarbeit in den Ecken nach dem großflächigen Bearbeiten mit dem Bandschleifer.

4. Der Schwingschleifer wird ebenfalls vorzugsweise für die Feinarbeit verwendet, nachdem das grobe Abschleifen der Oberflächen erfolgt ist. Wie der Name schon verrät, wird die Schleifscheibe in Schwingung versetzt. Auch bei einer Schwingschleifmaschine kann das verschieden körnige Schleifpapier problemlos gewechselt werden.

5. Der Tellerschleifer wird sowohl als Handgerät als auch als Tischgerät verkauft. Es werden Einscheiben- oder Dreischeiben-Modelle gehandelt, mit denen recht gründlich und zeitsparend hantiert werden kann. Sein kraftvolles Arbeiten erlaubt auch das Entfernen hartnäckiger Farb- oder Lackreste.

6. Der Exzenterschleifer gehört zu den technisch fortschrittlichen Schleifmaschinen. Denn seine Schleifscheibe rotiert einerseits um die eigene Achse, bewegt sich jedoch auch hin und her. Das Schleifbild ist daher recht feinkörnig, trotz der relativ großen Abtragung bei jedem Arbeitsgang.

Das maschinelle Schleifen ohne Schleifmaschine

Für die Oberflächenbearbeitung von Holz müssen Sie nicht unbedingt eine Schleifmaschine kaufen beziehungsweise beim Baumarkt ausleihen. Es gibt auch die Möglichkeit, dank der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten einen Dremel oder eine Bohrmaschine mit entsprechendem Aufsatz zu verwenden.

Während der Dremel sich nur zum Schleifen und Polieren von kleinen Werkstücken eignet, kann eine zu einer Schleifmaschine umgebauten Bohrmaschine auch größere Flächen bearbeiten.

Das Arbeiten mit der Bohrmaschine hat den Vorteil, dass diese sich in fast jedem Haushalt bereits befindet und nur noch mit einem entsprechenden Aufsatz versehen werden muss. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie nun eine Bohrmaschine mit Kabel oder einem leistungsstarken Akku besitzen.

Wenn Sie beim Kauf einer Bohrmaschine auf eine hochwertige Qualität eines Markenherstellers geachtet haben, so wird der spätere Nachkauf des kompatiblen Aufsatzes kein Problem darstellen. Sofern die Bohrmaschine beim Kauf nicht bereits mit dem entsprechenden Zubehör ausgestattet war.

Das Abschleifen Schritt für Schritt erklärt

Tolle Anleitung, wie Sie Ihr Holz richtig schleifen

Damit das Schleifergebnis zufriedenstellend ausfällt und qualitativ hochwertig wird, sollten Sie immer in mehreren Arbeitsgängen arbeiten.

Schritt eins – Der grobe Schliff erfolgt immer längs zur Maserung mit einer großen Körnung von 40 bis 60.

Schritt zwei – Das Anfeuchten bewirkt eine Einigung von Staub sowie ein Aufrichten der Holzfasern zur weiteren Bearbeitung.

Schritt drei – Der gründliche Mittelschliff nach dem Trocknen erfolgt quer zur Maserung mit einer Körnung von 80 bis 120.

Schritt vier – Der abschließende Feinschliff erfolgt noch einmal längs zur Maserung mit einer Körnung von 180 bis 240. Anschließend mit einem feuchten Tuch reinigen und gegebenenfalls Lackieren.

Fazit

Die Holzbearbeitung hat nicht nur eine lange Tradition, sondern ist auch ein nützliches Hobby, welches vielseitige Anwendung finden kann. Denn Holz ist ein Baustoff, der preiswert ist und sich gut in Form bringen lässt.

Einer der häufigsten Arbeiten ist das Abschleifen von Holz. Dabei sollten Sie jedoch einige Sicherheitsregeln beachten. Insbesondere, wenn Sie mit Maschinen wie Akkuschrauber, Dremel oder Bohrmaschine hantieren, sollten Sie immer einen Atemschutz verwenden und nach Anleitung arbeiten.

Das Anschleifen ist eine gute Vorbereitung für einen weiteren Arbeitsschritt wie das Lackieren oder das Aufbringen einer schützenden Lasur. Denn durch das Schleifen werden nicht nur alte Farb- oder Lackreste restlos entfernt, sondern die Holzfasern auch optimal auf die weitere Behandlung vorbereitet. Beim anschließenden Lackieren kann die Farbe gut in das Holz eindringen und dadurch dauerhaft halten.

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